Lex Vargorus – Adel und Herrschaftshäuser Vargoreas

Könige und Fürsten

Nachdem vor über einem Jahrtausend Varhâl der Mächtige mit seinem Heer „Frøsthammeren“ aus dem Norden kam und die damals noch wilden Lande durch Sieg und Gold zu dem heutigen Reich formte, herrschte ununterbrochen ein einziger König über ganz Vargorea. Ihm gehören, so besagt es das Tausendseitige Gesetzbuch Szarastros, „Berge, Himmel, Erde und Gewässer aller Richtungen sowie die Treue und Herzen aller Sterblichen in diesen königlichen Grenzen“. Dem König Untertan sind seine Vasallen, die Fürsten Vargoreas. Ihnen gab Varhâl einst Land und Rechte, die sie in ihrer Linie vererben können. So entstanden viele alte Adelshäuser, die bis zur heutigen Zeit fortdauern. Wer den König jedoch verriet oder anderweitig seine Gunst verlor, verwirkte damit auch Land und Titel – so verschwanden über die Jahrhunderte zahlreiche Geschlechter. Die Blutlinie Varhâls spaltete sich nach der Schlacht am Ewigwasser auf und verteilt sich durch Nachkommen auf die Fürstenlinien Nørdhal und Vargor. Da seitdem nicht eindeutig erkennbar ist, welches Haus den Herrschaftsanspruch tatsächlich innehat, einigten sich die mächtigsten Fürsten darauf, den König aus ihren Reihen durch Wahl zu bestimmen – durch den so genannten Kronkonvent. Wie das Stimmgewicht verteilt ist und welche Häuser sich geschlossen auf einen Kandidaten einigen, bestimmen Einfluss, Reichtum, Kampfstärke und vor allem politisches Kalkül.. In friedlichen Zeiten wurden oftmals schwache Könige eingesetzt, damit einige Adelsfamilien ihre Macht ausdehnen konnten. In gefährlichen Zeiten jedoch wurde stets ein mächtiger, starker König zum Herrscher erhoben – der zumindest auf dem Schlachtfeld das alte Reich Varhâls bewahren sollte.
Nach den Dämonenkriegen und der sich danach ausbreitenden Seuche war der Thron für einige Zeit unbesetzt. Der alte König fiel in der entscheidenden Schlacht gegen die Dunkelheit. Die Thronfolge ging an seine Tochter, Königin Dorothea III. über.

Die mächtigsten Adelshäuser

Haus Vargor
Siegel und Wappen: Goldener sechsbeiniger Löwe auf dunkelrotem Grund
Wahlspruch: Auf ewig ungeteilt
Haus Vargor wurde zeitgleich mit Haus Nørdhal gegründet. Im Gegensatz zu ihren Blutsbrüdern und -schwestern des Hauses Nørdhal, besinnt sich Haus Vargor auf eine diplomatische und politische Tradition mit einer ausgewogenen Mischung aus Verhandlung, Landvergabe, Treueschwüren, Bestechung und Blutvergießen. Hier drückt sich eine weitere Stärke des Gründervaters Varhâl aus: Auch er eroberte nicht nur, sondern unterwarf seine Gegenspieler mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen. Durch solch eine geschickte Diplomatie und meisterhaften Ränkeschmieden ist Haus Vargor das mächtigste aller Häuser und stellt beinahe ohne Ausnahme regelmäßig den Wahlkönig Vargoreas.
Zu den Ländereien des Hauses zählen die fruchtbaren Ebenen Zentralvargoreas sowie der alt-ehrwürdige Königsforst. Im Osten begrenzt durch das mächtige Dämmergebirge, im Norden durch die Lande des Hauses Nørdhal und im Süden durch die Ländereien des Hauses Amarok sowie der Zitadelle von Weißwasser, ist dieser Landstrich das schlagende Herz des Reiches und Zentrum des Handels und Brennpunkt der Politik. Grenzstreitigkeiten mit den anderen Häusern gehören ebenso zum Alltag wie der Anblick fahrender Händler, Gaukler und Volk aus dem gesamten Geteilten Königreich. Das milde Klima beschert reiche Ernten und das starke Holz aus dem Königsforst wird unter den Händen der geschickten einheimischen Handwerker zu in ganz Vargorea begehrten Gütern
Haus Nørdhal
Siegel und Wappen: Silberner Greif auf grünem Grund
Wahlspruch: Ehre und Stahl
Gegründet nach der legendären Schlacht am Ewigwasser, besinnt sich Haus Nørdhal auf die alten Werte ihres Blutsvaters Varhâls: Mit stählerner Stärke soll ein König herrschen, nur sich selbst und den Göttern gegenüber verantwortlich. Klar, rein, gerecht und weise muss ein König sein, legitimiert durch die Götter und mächtig genug, den Thron in jeder Weise zu verteidigen. Das Gebiet Nørdhals umfasst den Norden Vargoreas, geprägt von kargem Hochland, gefährlichen Bergen und widrigem Wetter. Lediglich die äußerst fruchtbaren Niederungen westlich der Festung Nordbruch geben den Ländereien eine sanfte Note.

Haus Gothia
Siegel und Wappen: Geviertelter Wappenschild in den Farben silbern und schwarz
Wahlspruch: Sturm zieht auf
Die Halter von Haus Gothia sind direkte Nachfahren der geeinten Stämme, die Varhâl einst unterwarf und in sein Herrschaftssystem eingliederte. Ihnen gehören die wilden Lande im Südosten Vargoreas. Freiheitsliebend und kämpferisch, gab es in der Vergangenheit bereits mehrere blutige Konflikte mit benachbarten Fürsten oder den Elahim. Dennoch ist Haus Gothia ein besonders loyaler Bündnispartner, denn nach alter Sitte brechen sie niemals einen geleisteten Schwur – einen „gothianischen Schwur“ zu erwirken bedarf allerdings mächtiger Überzeugungsarbeit. Gothia stellt zahlenmäßig die größte Streitmacht Vargoreas

Haus Amarok
Siegel und Wappen: Roter erschlagener Drache auf weißem Grund
Wahlspruch: Sieg oder Tod
Die Ländereien des Hauses Amarok umfassen die Zitadelle von Weißwasser und die davon nördlich und östlich gelegenen Gebiete. Das alte Haus wurzelt tief in der Vergangenheit; es stellte die Alten Könige, vor der Zeit Varhâls, und herrschte zu dieser Zeit über ein Gebiet etwa halb so groß wie das heutige Vargorea. Stolz, reich und mächtig, bilden die weiten Felder und das angenehme Klima ihrer Ländereien die Kornkammer des Reiches. Das Wappentier ist zurückzuführen auf den legendären Drachen Amarok, der einst vom Gründervater des Hauses, Umhovír der Unbesiegte, im Schwert des Nordens erschlagen und aus dessen Knochen die heilige Axt Schwarzbrand erschaffen wurde.

Haus Fichtenstein
Siegel und Wappen: Goldener Fuchs auf grünem Grund
Wahlspruch: Verstand, scharf wie ein Schwert
Das jüngste der fünf großen Herrscherhäuser geht auf die Baroness Roxana von Fichtenstein zurück, die während der Kämpfe gegen den Erleuchteten die Strategin von Ariadne von Gothia war. In den Jahren nach der Blutnacht vereinte sie einige der nun führerlosen Häuser des Nordens unter sich und kämpfte in den folgenden Jahren eifrig gegen den Erleuchteten. Nach dessen Sturz wurde Roxana als Dank für ihre Leistungen zur Gräfin erhoben und Fichtenstein zur Grafschaft erklärt.
Die junge Grafschaft hat viele Gesichter. In den Bergen finden sich einige der ärmsten Dörfer Vargoreas, doch in anderen Streifen des Landes floriert der Handel. Das edelste Holz Vargoreas wird an den Rändern der Nördlichen Rotwälder geschlagen und auch die edelsten Pelze werden hier gekürschnert. Wälder, karge Täler und reißende Gebirgsflüsschen findet man in Fichtenstein ebenso wie fruchtbares Hügelland. Die Bevölkerung ist wettergegerbt und gilt als ruppig. Dennoch wird Gastfreundschaft hier groß geschrieben, denn wo der Winter von einem Tag auf den anderen mit heftigen Schneestürmen anbrechen kann, ist man für jede Zuflucht dankbar. Doch nicht nur den langen Winterabenden am Kaminfeuer ist es geschuldet, dass die Fichtensteiner bekannt sind für ihre Geschichtenerzähler. In Nördlichen Rotwäldern befindet sich einer der geheimnisumranktesten Orte des Geteilten Königreichs auf den Fichtensteiner Ländereien.

 

Kleinere Häuser

Haus Schattenjäger & das Banner von Aschenfurt
Siegel und Wappen: Weiße aufgehende Sonne auf geteiltem rot-gelben Untergrund
Wahlspruch: Bis hierhin und nicht weiter
Lehnsherr: Haus Amarok
Als Dank für zahlreiche Heldentaten während der schrecklichen Dämonenkriege wurde Aresius Schattenjäger der Titel des Freiherrn und Land gewährt. Der Freiherr herrscht über das Land dies- und jenseits der Asch, ein fruchtbarer Landstrich. Verwüstet durch die Kriege und die anschließende Seuche, fand Aresius jedoch nur wenig Freude an seinem wohlverdienten Lohn; schließlich erkrankte auch er, nachdem er jahrelang durch seine Ländereien reiste, um persönlich den Wiederaufbau zu leiten.
Als er erkannte, dass auch er der Seuche erliegen würde, packte ihn ein kalter Zorn. So rief er Großinquisitor Lyccos herbei, den er noch vor den Dämonenkriegen einen Freund nennen konnte, herbei und bat ihn, die Fähigsten seiner Vertrauten sowie seinen treuesten Ritter, der früher sein Knappe war, anzuleiten, ein Heilmittel zu finden. Lyccos, der bereits Gerüchten über ein solches Heilmittel zuvor gesammelt hatte, wählte neben dem furchtlosen Sir Theodoric noch die Heilkundige Mia aus, bekannt für ihren Mut und ihr Mitgefühl – und ihre schnelle Nadel und Sammelsurium an heilenden Egeln. Weiterhin wählte er Xenos aus, einen Magus, in dessen Herz Lyccos und Aresius keine Verderbtheit fanden und dessen Wissen und Klugheit das Menschliche übersteigt. Hinzu stieß der mächtige Krieger und Diplomat Livius, einst gesandter Waldläufer bei den Elahim, besonders geschult im Spähen, Fährtenlesen und der Bogenschießkunst. Zusammen bilden sie das Banner von Aschenfurt. Sie sind auf der Suche nach den Zutaten des mystischen Heilmittels und bereisen ferne Länder, treffen auf fremde Kulturen und schützen Leben, gemeinsam als Einheit.

Haus Gryff
Wappentier: Ein gelber dreifüßiger Greif auf grün-rotem Grund, der ein Geldsäckchen und eine Spitzhacke hält
Motto: „Gold und Glorie“
Das Haus Gryff umfasst Ländereien am Fuße des Dämmergebirges sowie Teile des Dämmergebirges. Bereits vor der Eroberung durch den ersten König beherrschten sie die Region durch den Handel und Abbau von kostbaren Metallerzen, bearbeiteten Steinen und dem bekannten Dämmerschnaps, ein starkes, klares Gebräu, gewonnen aus Kräutern, die im unwegsamen Gebirge wachsen. Das harsche Wetter und widrigen Lebensumstände formte aus der lokalen Bevölkerung ein zähes und eigenwilliges Völkchen, das Varhal durch Partisanentaktik so lange Widerstand leistete, bis dessen General einlenkte und dem Haus Gryff die Minen- und Bergbaurechte im Gegenzug für einen Lehenseid zugestand. So verblieb der Reichtum in den Händen der Familie (auch wenn große Teile davon zuerst an den König und später an Haus Gothia gezahlt werden) und sicherte ihre Herrschaft über das Gryffland. Noch heute erinnern sich die Nachfahren an die Zeiten des Widerstandes und sind stolz darauf, als kleines Fürstentum dem mächtigsten aller Könige Paroli geboten zu haben – wenn auch nur für kurze Zeit.

Haus Hammerschlag
Wappen: Ein schwarzer Amboss auf weißem Grund, flankiert von zwei schweren Äxten
Motto: „Die ersten die fallen“, im Norden auch bisweilen „Stahlgepanzert und Behämmert“
Gegründet in den Wirren des Krieges im Jahr 99 durch die Generälin Gisolde Hämmarsfest, wurzelt Haus Hammerschlag in einer stolzen militärischen Kriegertradition. Die Ländereien sind durch Wälder und das weitläufige Schwert des Nordens zerklüftet und nur schwer zugänglich – hervorragend geeignet, um einen einfallenden Feind zu zermürben. Besonders stolz ist das Haus auf die hauseigene Kriegerschule, in der die so genannten Nordhämmer ausgebildet werden, eine besondere Art der schwer gepanzerten Infanterie, die mit der Schweren Vargoreanischen Langaxt, dem modernen Bihänder und der traditionellen einhändigen Vinteraxt meisterhaft umgehen können und sowohl gegen Infanterie- als auch Kavallerieverbände eine unnachgiebige Frontlinie bilden. Neben dem Export der Kriegskünste, die Haus Hammerschlag traditionell lehrt, fußt der Reichtum der Familie in der Ausfuhr von Holz und hochwertigen Metallrüstungen, die aus einem besonders reinem Erz und geheimen Legierungen gefertigt werden. Nach einer langen Phase der Unabhängigkeit entschloss sich Haus Hammerschlag im Jahre 473, fortan Vasall des Hauses Nordhal zu werden – sowohl durch geschickte Heiraten innerhalb beider Familien als auch durch den Fakt, dass das Oberhaupt des Hauses bei einem orkischen Hinterhalt durch Soldaten des Hauses Nordhal gerettet wurde.